Redakteur/ Oktober 5, 2020/ Politik

Heute auf den Tag genau, vor 30 Jahren, wurde die deutsche Wiedervereinigung besiegelt. Der 3. Oktober 1990 war das freudige Ergebnis des 9. November 1989. Ich habe den damaligen Tag der deutschen Einheit mit der Hoffnung herbeigesehnt, dass es fortan wirtschaftlich und gesellschaftlich bergauf gehen wird. Es herrschte eine regelrechte Aufbruchsstimmung, jetzt die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken, um das Land wie ein Puzzle zu einem einheitlichen Bild zusammenzufügen, wie es vor der Teilung war.

Viele meiner Verwandten, Freunde und Bekannten, waren vor der Wiedervereinigung aus der DDR ausgereist. Für mich als Heimatverbundenen war das nie ein Thema. Ich wollte hier verändern.

Die ersten Jahre nach der Wiedervereinigung hatte ich zugegeben das Gefühl gehabt, endlich in einem freien und demokratischen Land leben zu dürfen. Heute, 30 Jahre nach der deutschen Einheit, sehe ich das hingegen nicht mehr so zuversichtlich wie damals. Viele unserer Werte und Regeln, die wir über die Jahre vermitteltet bekommen haben, zählen heute nicht mehr. Das traditionelle Familienbild etwa, wird als ausgedient gerügt und dafür lieber andere Familienformen gepredigt. Bei kritischen, nicht mainstreamkonformen Meinungen wird die „Nazi-Keule“ geschwungen was das Zeug hält und alles und jeder, der nicht ins links-grüne Weltbild passt, wird diffamiert und existenzbedrohend bekämpft. Auch geltendes Recht anzuwenden und verfassungsgemäße Gesetze zu erlassen, ist in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.

Nach nunmehr 30 Jahren deutsche Einheit kann ich resümieren, dass wir uns allmählich den Verhältnissen wieder annähern, die wir vor 30 Jahren als endlich überwunden geglaubt haben.